Die Initiative

Selbstverständnis der Vermittler_inneninitiative an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen-Gusen

Die Vermittler_inneninitiative an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen-Gusen ist eine Initiative von und für Vermittler_innen der internationalen Gedenkstätte Mauthausen-Gusen. Sie vertritt die Interessen und Positionen der in ihr beteiligten Kolleg_innen. Jahr für Jahr begleiten Vermittler_innen in verschiedenen Rundgangsformaten und verschiedenen Sprachen die Besucher_innen. Als sogenannte freie Dienstnehmer_innen sind die Vermittler_innen vertraglich in die im Januar 2017 neu gegründete Bundesanstalt institutionell schwach eingebunden. Wenn sich die Vermittler_innen organisieren, können sie auf ihre Arbeitsbedingungen positiv Einfluss nehmen. Die Vermittler_inneninitative stellt seit 2013 eine Plattform dafür dar.

Die Diversität der Lebensrealitäten (unterschiedliche Ausbildungen, Expertisen, Lebenserfahrungen usw.) im Vermittler_innen-Pool ist eine Stärke der Vermittlungsarbeit, wird aber zu einem Problem in der Organisation. Da die Vermittlungsarbeit alleine verrichtet wird und sich nie alle gemeinsam an einem Ort befinden, wird das gemeinsame Handeln erschwert. Diese Distanz gilt es zu überwinden. Die Vermittler_inneninitiative an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen-Gusen soll möglichst vielen Vermittler_innen einen Raum eröffnen, eine gemeinsame Sprache zu finden und im gegenseitigen Austausch das Verständnis ihrer Arbeit an der KZ-Gedenkstätte zu verhandeln und zu schärfen.

In einer strukturierten und kollektiv gestalteten Entscheidungsfindung setzen wir Prozesse an diesem Ort der historisch-politischen Bildung in Gang, um die Rahmenbedingungen unserer Arbeit zu verbessern. Gegenüber unserer Arbeitgeberin, der Bundesanstalt KZ-Gedenkstätte Mauthausen, artikulieren wir sowohl unsere Bedürfnisse und Interessen, als auch Vorschläge und Überlegungen die pädagogische Arbeit betreffend.

Die Vermittler_innennitiative beschränkt sich somit nicht auf vertragliche, formale oder arbeitsrechtliche Fragen. Ein Kernanliegen ist die Weiterentwicklung der professionellen pädagogischen Arbeit an der KZ-Gedenkstätte und der damit einhergehenden Umsetzung von Maßnahmen, die uns dafür notwendig erscheinen. Wir vertreten dabei durchaus neue/andere Positionen als der offizielle nationale Gedenkdiskurs in Österreich. Die Vermittler_inneninitative dient sowohl der internen Vernetzung, als auch der Positionierung in der Öffentlichkeit.

Jede_r Vermittler_in kann Teil dieser Initiative sein und frei entscheiden, wie sehr und wie intensiv sie_er sich einbringen möchte. Es gibt regelmäßige Koordinationstreffen, die offen und basisdemokratisch gestaltet sind. Dadurch erhalten alle Vermittler_innen die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ideen zu artikulieren und sich über die Arbeit an der KZ-Gedenkstätte auszutauschen. In diesen Treffen werden gegebenenfalls Kolleg_innen delegiert, die die Interessen der Initiative und ihre Positionen bei Veranstaltungen, Verhandlungen und gegenüber der Öffentlichkeit vertreten – dies natürlich nur, soweit sie durch das Koordinationstreffen inhaltlich legitimiert wurden. Notwendige Entscheidungen, die nicht im Vorhinein abgesprochen wurden, werden wieder in das Koordinationstreffen zurückgetragen. Wir bemühen uns darum, unsere Entscheidungen im Konsens zu fällen.