Rechtsextreme Parolen an der Mauer des ehemaligen KZ Mauthausen

Wir nehmen die Schmierereien an der Mauer des ehemaligen Konzentrationslagers und am Mauthausener Friedhof sehr ernst und sind erschüttert von dem Ausdruck rassistischer Aggression. Eine rechtsextreme Schmieraktion an einer Gedenkstätte ist ein Problem, das alle Menschen in Österreich betrifft und öffentlich als solches erkannt und verhandelt werden muss. Eine Stellungnahme des Bundesministeriums für Inneres zu den Schmierereien erschien erst mit mehreren Tagen Verspätung und in Reaktion auf öffentlichen und medialen Druck. Einen Tag später wurde am Mauthausener Friedhof auf einem Grabstein ein Hakenkreuz entdeckt. Es ist das Grab eines 1976 verstorbenen Kindes mit türkischem Namen.

Wieder einmal ist versucht worden das Problem unter den Teppich zu kehren, oder in diesem Fall konkret einfach zu verhüllen. Für die Innenministerin hat die Ausforschung der Täter_innen Priorität, für uns ist ein gesellschaftliches Klima und eine Politik vorrangig, die Neonazis nicht auch noch den Boden bereitet. Rassismus ist kein Phänomen, dass sich auf die extreme Rechte reduzieren lässt. Wir werden die KZ-Gedenkstätte Mauthausen weiterhin gemeinsam mit den Besucher_innen zum Nachdenken nutzen – auch über unseren eigenen und den offiziellen Umgang mit heutigem Rassimus und Rechtsextremismus.