Archiv für den Monat: November 2018

Für sozialen Zusammenhalt – gegen Ausgrenzung!

Die Vermittler*innen-Initiative ist eine basisdemokratische Initiative von Menschen, die an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen als Vermittler*innen arbeiten.
In Rundgängen und Workshops thematisieren wir mit Besucher*innen am Ort eines ehemaligen Konzentrationslagers das faschistische System des Nationalsozialismus, das auf Spaltung durch nationalistische, rassistische, politische und klassistische Einschließung und Ausschließung bis zur Vernichtung setzte. Es geht darum, sich mit Perspektiven auf Opfer, Täter*innen und Umfeld auseinanderzusetzen.

„Was hat das mit mir zu tun?“ ist die Leitfrage des pädagogischen Konzepts der Gedenkstätte. Interagieren, Mitreden, Nachdenken, Fragen sollen anregen, historische Entwicklungen bzw. Zusammenhänge und die Kontinuität des Nazismus in der österreichischen Gesellschaft zu erkennen. „Niemals wieder“ und „Wehret den Anfängen!“ sind wohlbekannte Zitate, die lediglich Worthülsen bleiben, wenn sie nicht zur Gesellschaftskritik benutzt werden (dürfen).

„Was hat das mit mir zu tun?“ ist eine zutiefst persönliche und politische Frage. Es darf nicht nur eine pädagogische Frage an unsere Rundgangsteilnehmer*innen sein, sondern muss eine Anfrage an die eigene politische Positionierung und auch an die Positionierung einer Gedenkstätte als Institution sein.

Die Gedenkstätte schweigt, Vermittler*innen nicht.

Wir können nur glaubwürdig autoritäre und faschistoide Tendenzen in der Gesellschaft thematisieren, wenn wir uns zu Wort melden, Einspruch erheben, protestieren.
Unter der türkis-blauen Regierung vergeht kaum eine Woche, in der nicht von rassistischen, antisemitischen oder islamophoben Vorfällen zu hören ist. Laufend werden unliebsame Medien als „Lügenpresse“ diffamiert oder Journalist*innen (verbal) angegriffen. An allen Ecken und Enden wird gesägt und umverteilt nach neoliberalen, illiberalen, nationalistischen und unsolidarischen Gesichtspunkten, begleitet von offenen und subtilen Sicherheitsdiskursen, die kriminalisierende Feindbilder und höhere Polizeipräsenz schaffen sollen (vgl.: www.in-linz-ist-donnerstag.at/liste- der-grausamkeiten/).

Die Beteiligten der Vermittler*innen-Initiative begreifen ihre Vermittlungsarbeit und die Gedenkstätte als gesellschaftliche Institution, deren antifaschistische Bildungsarbeit für eine humane, pluralistische und solidarische Gesellschaft steht.

Dafür gehen wir auf die Straße!

Für sozialen Zusammenhalt – gegen Ausgrenzung!