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Hitlergruß am Gelände der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 14. Mai 2014

Wir möchten festhalten, dass viele aus dem Vermittlungsteam den Umgang mit dem Vorfall bedauern. Basierend auf der Einschätzung der Lehrerin des betreffenden Schülers und der Vermittlerin, die den Jungen schon vor dem Rundgang kennenlernte, bezweifeln wir, dass diese Handlung ideologischer Überzeugung entsprang und dass es sich um einen Vorfall mit rechtsextremem Hintergrund handelte. Wir wollen die Handlung des Schülers nicht entschuldigen, verstehen sie in diesem Fall aber als Überforderung und Provokation, die mit der neonazistischen Schmiererei nicht in Verbindung steht.

Während unserer Rundgänge kann es immer wieder vorkommen, dass Besucher_innen problematisches oder respektloses Verhalten an den Tag legen. Wir sehen die Ursachen dieses Verhaltens in Überforderung oder mangelndem Bewusstsein über die geschichtliche und gesellschaftliche Bedeutung der Gedenkstätte, möglicherweise auch in Desinteresse und fehlender Empathie. Auch ideologische Orientierungen von Besucher_innen können dabei eine Rolle spielen. In der Regel wird solches Verhalten in der Rundgangsgruppe thematisiert. Wir versuchen damit, zur Bewusstseinsbildung der jungen Menschen beizutragen. Wir stellen in Frage, ob Festnahme eines Jugendlichen durch die Polizei während eines Rundgangs eine geeignete Maßnahme sein kann und wie ein Modell für einen nicht repressiven Umgang mit solchen Extremsituationen ausssehen bzw. ausverhandelt werden kann.

http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/14-jaehriger-hob-mehrmals-hand-zu-hitlergruss/65.663.000