Kategorie-Archiv: Veranstaltungen

Neue Struktur, neue Chancen? Die geplante Bundesanstalt KZ-Gedenkstätte Mauthausen/mauthausen memorial und die Zukunft der Erinnerung in Österreich

WANN: Mittwoch, 24. Juni 2015, 19 Uhr
WO: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

 

Die sowjetische Militärbehörde übergab 1947 das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen an die Republik Österreich. Damit verpflichtete sich der Staat, die Überreste als Denkmal an die Ermordeten und Überlebenden zu erhalten. Seit ihrer Eröffnung 1949 ist die  KZ-Gedenkstätte Mauthausen/mauthausen memorial in der Verantwortung und Verwaltung des Bundesministeriums für Inneres.

 

Nach fast 70 Jahren soll nun der größte und wichtigste österreichische Ort der Erinnerung an die Opfer der Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen durch die Schaffung einer  Bundesanstalt aus der direkten staatlichen Verantwortung ausgegliedert werden. Was genau bedeutet die Schaffung dieser neuen eigenständigen Bundesanstalt für die KZ-Gedenkstätte/mauthausen memorial und ihre vielseitigen Aufgaben, wie sie im heuer vorgelegten Gesetzesentwurf angestrebt wird? Welche Herausforderungen und Chancen eröffnen sich der Erinnerungsarbeit, dem Vermittlungsanspruch und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung? Wie sehen Überlebende und Opferverbände die bevorstehenden Veränderungen? Und welche Bedeutung hat die Ausgliederung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/mauthausen memorial aus direkter staatlicher Obhut für den Umgang mit dem Nationalsozialismus in Österreich?

 

Der Verein GEDENKDIENST versteht sich als Plattform um erinnerungspolitische Entwicklungen  in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erörtern und lädt zur Podiumsdiskussion ein.  Es sprechen dazu Expertinnen und Experten aus wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bereichen der österreichischen und europäischen Vergangenheitspolitik.

Diskussion mit:

Barbara Glück: Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/mauthausen memorial

Willi Mernyi: Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ)

Bertrand Perz: Historiker am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Axel Schacht: Vermittler_inneninitiative an der KZ Gedenkstätte Mauthausen-Gusen

Cornelia Siebeck: Historikerin an der Ruhr Universität Bochum und Humboldt Universität Berlin

Harald Walser: Nationalratsabgeordneter und vergangenheitspolitischer Sprecher der Grünen

Moderation: Adina Seeger; Historikerin, Verein GEDENKDIENST

Die Veranstaltung des Vereins GEDENKDIENST wird in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte durchgeführt.
Eintritt frei!

Kepler Salon Extra: Der AllTag danach – Österreich am 6. Mai

“Die Causa Waldheim läutete in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre eine neue Ära in der offiziellen Geschichtsschreibung Österreichs ein, so heißt es. Aber erst zehn Jahre danach wurde der 5. Mai zum österreichischen Gedenktag und die Historikerkommission ins Leben gerufen. Erste nennenswerte Auswirkungen auf die erinnerungspolitische Arbeit waren um die Jahrtausendwende zu verzeichnen, als die internationale Aufmerksamkeit erneut hoch war. Im Jahr 2007 wurden erstmals konkrete Schritte zu einer Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gesetzt.

Wie sieht heute die Bilanz aus, ein Vierteljahrhundert nach der „Waldheim-Affäre”? Wie ist es um das Verhältnis  zwischen den politischen Bekenntnissen und den gesellschaftlichen Narrativen zur NS-Zeit bestellt? Zu welcher Verantwortung bekennt sich die Republik, wie viel davon nimmt sie tatsächlich wahr? Was tut sich in der Gedenklandschaft, wenn die Scheinwerfer nach den einschlägigen Tagen wieder weg schwenken? Und wie sieht Österreich dabei im internationalen Vergleich aus?

Am Podium diskutieren dazu:

  • Albert Lichtblau, a.o. Univ. Professor am Fachbereich für Geschichte und stv. Leiter des Zentrums für jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg
  • Ines Brachmann, VermittlerInnen-Initiative an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen
  • Ulrich Fuchs, stv. Intendant der europäischen Kulturhauptstädte Linz09 und Marseille – Provence 2013
  • Yariv Lapid, Leiter des Center for Humanistic Education in Lochamei Haghetaot

Gastgeberin: Birgit Kirchmayr, Assist.-Prof.in. am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Johannes Kepler Universität Linz” Text zitiert aus: www.kepler-salon.at

Kepler Salon Extra auf Facebook

Wann: 6. Mai 2014, 19:30

Wo: Kepler Salon, Rathausgasse 5, 4020 Linz (Google Maps Link)