Die Initiative

Selbstverständnis der Vermittler_inneninitiative an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen

Die Vermittler_inneninitiative an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen ist eine Initiative von und für Vermittler_innen der internationalen Gedenkstätte Mauthausen-Gusen und vertritt die Interessen und Positionen der an ihr beteiligten Kolleg_innen. Die Vermittler_innen sind vertraglich nur schwach institutionell eingebunden und (bisher) nicht Teil einer offiziellen Personalvertretung. Da sich jedoch gezeigt hat, dass wir die Rahmenbedingungen unserer Arbeit beeinflussen können, wenn wir uns organisieren, gehen wir dazu nun einen Schritt weiter.

Die Vermittler_innen an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen begleiten jährlich etwa die Hälfte aller Besucher – Schulklassen genauso wie erwachsene Einzelbesucher_innen. Die Diversität der Lebensrealitäten im Vermittler_innen-Pool ist eine Stärke der Vermittlungsarbeit, wird aber zu einem Problem in der Organisation. Die Tatsache, dass wir die Vermittlungsarbeit alleine verrichten und uns nie alle gemeinsam an einem Ort befinden, erschwert ein gemeinsames Handeln. Diese Distanz wollen wir nun überwinden. Die Vermittler_inneninitiative an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen soll möglichst vielen Vermittler_innen einen Raum eröffnen, um eine gemeinsame Sprache zu finden. Wir bemühen uns um eine strukturierte und kollektiv gestaltete Entscheidungsfindung um Prozesse in Gang zu setzen, die Rahmenbedingungen unserer Arbeit zu verbessern, unsere Bedürfnisse und Interessen gegenüber der Abteilung des BMI als Arbeitgeberin sowie der pädagogischen Abteilung an der Gedenkstätte zu artikulieren und auch unsere Überlegungen und Vorschläge für die Gedenkstätte als Ort der historisch-politischen Bildung kundzutun.

Diese Initiative will sich dabei nicht auf vertragliche, formale oder arbeitsrechtliche Fragen beschränken. Ein Kernanliegen ist uns auch der Weiterbestand und die Zukunft einer professionellen pädagogischen Arbeit an der Gedenkstätte sowie das Umsetzen von Maßnahmen, die uns dafür notwendig erscheinen. Wir werden darüber hinaus auch unsere Ideen, die die Gedenkstätte als solche betreffen sowie den unserer Meinung nach angemessenen Umgang mit der Gedenkstätte artikulieren – auch gegenüber der Öffentlichkeit.

Jede/r Vermittler_in kann dieses Selbstverständnis unterstützen und damit Teil dieser Initiative werden und dennoch frei entscheiden, wie sehr und wie intensiv sie/er sich einbringen möchte. Es gibt regelmäßige Koordinationstreffen, die offen und basisdemokratisch gestaltet sind. Dadurch erhalten alle Vermittler_innen die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ideen zu artikulieren. Auf diesen Treffen werden gegebenenfalls Kolleg_innen delegiert, die unsere Interessen und Positionen bei Veranstaltungen, Verhandlungen, etc. (auch gegenüber der Öffentlichkeit) vertreten – dies natürlich nur, soweit sie durch das Koordinationstreffen inhaltlich legitimiert wurden. Notwendige Entscheidungen die nicht im Vorhinein abgesprochen wurden, werden wieder in das Koordinationstreffen zurückgetragen. Wir bemühen uns darum, unsere Entscheidungen im Konsens zu fällen.

Mit Ende April 2014 unterstützen 60% der Vermittler_innen an der Gedenkstätte dieses Selbstverständnis der Vermittler_inneninitiative.